GESELLSCHAFT FUER INTERDISZIPLINAERE
SAHARA-FORSCHUNG
(GISAF)Berlin-Wien


Biographie−Auszug




OTTO BIEBER (1906 − 1988)

Otto Bieber wurde 1906 in Wien geboren, Sein Vater war der Afrika/Äthiopien-Forscher Friedrich Julius Bieber.

Beruflich war Otto Bieber in der Büromaschinen-Branche tätig, wo er seit 1936 selbständig war. Er hat jedoch das Interesse an Afrika von seinem Vater übernommen. Durch regelmässige Vorträge und Publikationen hat er die Erinnerung an seinen Vater aufrecht erhalten. Auch Ausstellungen hat er organisiert. Im Jahr 1948 erschien sein Buch „Geheimnisvolles Kaffa – Im Reiche der Kaiser-Götter“ in welchem er Leben und Werk seines Vaters beschreibt.

Im Jahr 1953 traf er mit Dr. Hans Weis zusammen und sie beschlossen, gemeinsam eine Reise nach Tibesti durchzuführen. Diese Reise wurde von Otto Bieber organisiert. Teilnehmer waren: Otto Bieber, Dr. Hans Weis und Andreas Kronenberg, ein Student der Ethnologie. Ende Dezember 1953 verliessen sie mit der Bahn Wien. Von Sizilien ging es mit dem Schiff nach Tripolis, und von dort mit einem Auto nach Sebha, der Hauptstadt des Fezzan.

Seit dem 2. Weltkrieg stand der Fezzan (Süd-Libyen) unter französischer Verwaltung. Die Franzosen führten etwa einmal im Monat Geleitzüge mit LKWs von Sebha zum Tschad See nach Fort Lamy (heute Ndjamena) durch, um ihre Aussenstellen vor allem auch im Gebiet von und um Tibesti, zu versorgen. Bereits drei Tage nach Ankunft der Österreicher in Sebha verliess solch ein LKW-Konvoi Sebha und es wurde ihnen erlaubt, als Passagiere mitzufahren.

Nach neuntägiger Fahrt durch die Wüste erreichten sie Zouar am Westrand von Tibesti, damals Hauptquartier der dortigen französischen Verwaltung. Von Zouar ging es mit einer Kamel-Karawane in das Zentrum von Tibesti, die Oasengruppe von Bardai. Hier trennten sich die Österreicher. Kronenberg blieb zuerst in Bardai, und zog dann ins südliche Tibesti. Dr. Weis und Otto Bieber zogen weiter zur kleinen Oase Aozu am Nordrand des Tibesti Gebirges gelegen. Von hier unternahmen sie eine einwöchige Reise nach Emi Toukoulea and Arabi, wo sie sehr interessante Felszeichnungen photographieren und aufzeichnen konnten.

Wieder nach Aozu zurückgekehrt , bereiteten sie sich auf den beschwerlichen, ca. 700 km langen, Marsch durch die Sandwüste nach dem Fezzan vor. Nach 13 Tagen erreichten sie die Oase von Gatrun im Fezzan. Von dort ging es weiter nach Murzuch, das sie am 18. Tag erreichten. Hier endete die Kamel Karawane. Mit Autos ging es zurück nach Sebha und von dort nach Tripolis. Dann folgte die Seereise nach Italien und die Bahnfahrt nach Wien. Insgesamt dauerte die Reise etwa drei Monate.

Otto Bieber war von Land und Leuten in Tibesti so begeistert, dass er im nächsten Jahr eine neue Expedition nach Tibesti organisierte, die unter der Leitung des Ethnologen Dr. Peter Fuchs stand. Auch ein Film Team war mit dabei, die sehr viele interessante Aufnahmen machen konnten. Das Material wurde zu einem abend-füllenden Film verarbeitet, der 1960 von Sasche Film Wien unter dem Titel „Im Namen Allahs“ herausgebracht wurde.

1955 konnte Otto Bieber an den Silberjubiliäums-Feierlichkeiten der Thronbesteigung von Kaiser Haile Selassier I. in Addis Abeba, Äthiopien, teilnehmen.

Von 1976 bis kurz vor seinem Tod im Jahr 1988 besuchten Otto Bieber und seine Frau Maria jedes Jahr ihren Sohn Klaus in Sierra Leone, Westafrika, wo dieser lebte und arbeitete.

HANS WEIS - 100.Geburtstag



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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