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UN-Gipfel

USA enttäuschen Klimaforscher

Ob der größte Klimagipfel der Vereinten Nationen ein Erfolg war, darüber gehen die Meinungen auseinander. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zog eine positive Bilanz, Umweltschützer und Klimaforscher äußerten sich enttäuscht über die Rede von US-Präsident Barack Obama.

Der führende Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber sagte am Mittwoch der FR: "Gemessen an ihrer historischen Verantwortung und dem, was sie zum Klimaschutz bisher angekündigt hatten, liegen die USA weit hinter ihrem Zeitplan zurück. Die Regierung Obama ist offensichtlich noch nicht in der Lage, konkrete Ziele für die USA zu benennen."


Dies sei zwar aus innenpolitischer Sicht verständlich, da derzeit in den USA die Debatte um die Gesundheitsreform im Zentrum stehe. "Wenn aber Obama nicht das Scheitern des UN-Klimagipfels in Kopenhagen riskieren will, ist es notwendig, dass er bis dahin noch konkrete Zusagen macht", meinte Schellnhuber. Er berät die Bundesregierung in Umweltfragen.

Auch der Klimakoordinator der Umweltorganisation Greenpeace, Martin Kaiser, kritisierte Obamas fehlende Zusagen. Positiv hob er hervor, dass China zumindest seine Bereitschaft erklärt habe, einem Abkommen beizutreten.

Auch Schellnhuber setzt in China nun große Erwartungen. Zwar pokere China nach wie vor und versuche, seine Karten möglichst lange verdeckt zu halten. "Trotzdem habe ich nicht den geringsten Zweifel daran, dass China die Dimensionen des Klimawandels erkannt hat", sagte der Klimaforscher . "Ich bin daher sicher, dass China bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen eine sehr konstruktive Rolle spielen wird."

Lob für Japan


Den weitesten Schritt habe aber Japan gemacht. Das Land unternehme "jetzt einen gewaltigen Versuch, zum Klimaschutz beizutragen". Premier Yukio Hatoyama hatte konkret zugesagt, sein Land werde die Emissionen bis 2020 um ein Viertel reduzieren. UN-Generalsekretär Ban sieht neue Chancen für ein internationales Klimaabkommen im Dezember in Kopenhagen. Er sagte zum Abschluss des Gipfels, die führenden Politiker der Welt hätten ihre Bereitschaft erklärt, in Kopenhagen zu einem fairen und umfassenden Ergebnis zu kommen. "Die Welt hat Ihre Worte gehört. Lassen Sie jetzt Taten folgen", rief er den Teilnehmern zu.

In Kopenhagen soll das Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll beschlossen werden, das 2012 ausläuft. Es sieht einen Abbau klimaschädlicher Emissionen vor. Der dänische Regierungschef Lars Lokke Rasmussen sagte als Gastgeber, der derzeitige "Verhandlungsstillstand" müsse gebrochen werden. (jw/dpa)

Quelle:
URL:http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1968179&




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Last updated September 2009